Sparen zu welchem Preis?

Dieses Land ist eins der Reichsten in der Welt und gibt im Verhältnis hierzu am wenigsten für die Bildung seiner Kinder & Jugendlichen aus. Der Grossteil des Geldes versickert auf den Verwaltungsebenen der EU, des Bundes, der Länder und zuletzt der Kommunen.

  • HOME
  •      
  • WIDERSTAND BERLIN

Dein Foto hier!

1. mach ein Foto von deiner Einrichtung
2. Text verfassen über deine Einrichtung
3. Schick es mir per Mail zu
meine E-Mailadresse findest du unter Kontakt

„Selbstverschuldete Unmündigkeit“

Finanzstadtrat kritisiert Haushaltsblockade der BVV-Mehrheit
Der Bezirk bleibt weiter ohne beschlossenen Haushalt. Auch in der jüngsten BVV-Sitzung wurde ein Antrag der SPD, der einen Beschluss über den Etat verlangte, ohne Aussprache abgelehnt.

Das Minus im Etat betrug Ende vergangenen Jahres knapp sechs Millionen Euro. Wegen der seither bestehenden Haushaltssperre schmilzt es aber „wie Schnee in der Frühlingssonne“, so Finanzstadtrat Dr. Jan Stöß (SPD). Das Defizit betrage inzwischen nur noch etwas mehr als drei Millionen Euro.
Quelle: Berliner Woche (Lokalausgabe Friedrichshain-Kalenderwoche 14)

Kita-Notstand in Friedrichshain
150 Kinder haben noch keinen Platz

Eltern und Erzieherinnen sind sich einig. „Was derzeit abläuft ist eine Katastrophe“. Umschrieben wird damit der aktuelle Kita-Stress in Friedrichshain.
Quelle: Berliner Woche (Lokalausgabe Friedrichshain-Kalenderwoche 14)

23 Kommentare auf “„Selbstverschuldete Unmündigkeit“”

  1. Jug R sagt:

    Welche Stellen kann man nicht besetzen? Die Controllingstellen? Noch mehr Häuptlinge?
    Dafür gehen die Indianer! Na wie toll!
    Hier sitzt doch der Wolf im Schafspelz.
    Wann wacht endlich das Volk der Indianer auf? Hier werden tatsächlich Verwaltungsstellen immer mehr geschaffen und unten wird der klägliche Rest outgesourcht.

  2. Dr. Müller sagt:

    Finanzstadtrat Dr. Jan Stöß schließt inzwischen nicht mehr aus, dass der Bezirk Friedrichs-Kreuzberg wegen des rigiden Ausgabestopps auf Grund der aktuellen Haushaltssperre zum Jahresende sogar einen Überschuss erwirtschaftet.

    Na dann besteht doch wohl erst Recht kein Grund mehr an die Schließung oder Übertragung von Einrichtungen zu denken.

    Die ganzen Finanzierungspläne und Powerpoint Präsentationen der vergangenen Monate waren eh vorn ….. !

  3. Mitarbeiterin an Dr. Müller sagt:

    Sie haben es erfasst, Und das auch richtig und treffend.
    Es ist Geld vorhanden. Zu hinterfragen wäre, wo fließen die Gelder hin. Hier rücken sehr wohl Interessen in den Vordergrund. Der doch so wunderschöne, grüne, multikulturelle, teure Stadtbezirk hat seine Priorität neu gesetzt. Und das verspricht nicht sehr viel gutes. Auf einem Dienstweg, welcher mich am Dienstag zur Mittagszeit durch den Samariterkiez führte, traute ich nicht mehr meiner eingeschränkten Sehfähigkeit. Da standen vor einem Hauseingang ca. 50 Personen, füllten Formulare aus und überreichten sie einem Herrn im Anzug. So etwas kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht und war neugierig. Also mischte ich mich unter diesen Andrang von Leuten und hinterfragte das Geschehen.
    Es ging um eine Wohnungsvergabe. Und bekanntlich reguliert die Nachfrage den Markt. Also nichts für einen Hartz IV Empfänger oder einer Familie, welche Zuschüsse vom Sozialamt bekommt. So sieht die Lage in diesem grünen,…. Bezirk aus.
    Es liegt im politischen Interesse, zahlungskräftige Bürger heranzuziehen, die sich die Lage leisten können und wollen und diese zu halten, mit tollen Familienangeboten. Man möchte keine Transferleistungsempfänger etc. Das Ziel hat man ja dank der Politik bald erreicht. Das, was mit dem Bezirk geschieht, sieht keiner der Politiker. So kennen sie den Bezirk. Zeugnis einer verfehlten Kommunalpolitik.
    Frau Herrmann als Stadträtin für Jugend, Familie und Schule, setzt ihre Priorität in der Erfüllung der frühkindlichen Bildung, in dem sie ausreichend Kitaplätze für das in dem Bezirk finanzkräftige Klientel schafft.Da wird ganz einfach eine Freizeiteinrichtung geschlossen, um ein Familienzentrum auszulagern, welches dadurch ein paar mehr Kitaplätze schaffen kann.
    Die Schulen, da wird Frau Herrmann schnell auch noch etwas passendes für die Zufriedenheit des zahlungskräftigen Klientels einfallen.
    Durch den nichtverabschiedeten Bezirkshaushalt, können fehlende Stellen nicht besetzt werden. Ich frage mich seit langer Zeit, was sind das für fehlende Stellen. Im Jugendamt, um Fälle wie Lea, Jason, Larissa pp. möglichst zu vermeiden? Gibt es keine Überlastung der Mitarbeiter im Jugendamt? Keine Symptome von Bournout bei diesen? So schnell wie nur möglich, fehlende Stellen besetzen, um das zu verhindern. Es wäre allzu schädlich für den grünen, bunten, multikulturellen Szenebezirk. Dann ist er schneller out als er sich den Status des in-Seins „erkämpft“ hat. Auf Kosten des Auslagerung von Aufgaben.
    Mit Erich Kästner zu sprechen: „Alles ist schlechter geworden. Nur eins ist besser geworden: Die Moral ist auch schlechter geworden.“

  4. Filzebub sagt:

    Finanzierungspläne=Privatisierungspläne
    Powerpräsentation diente in ihrer Undurchschaubarkeit lediglich einem Ziel-> die Legitimation zur Durchsetzung der Privatisierung zu erhalten.
    Faule Eier.
    An den **** glaubt doch keiner.
    Fach******.

  5. Monika Herrmann sagt:

    Hallo, Mitarbeiterin –
    ich lese hier schon länger eine ganze Menge, wo ich mich fragen muss, was wissen MitarbeiterInnen des Bezirksamtes überhaupt über ihr eigenes Arbeitsfeld hinaus bzw. wieso wird über Dinge geurteilt, über die anscheinend keine Kenntnisse bestehen. Ihr Beitrag ist ein deutliches Beispiel dafür. Zum einen ist es dem grünen Bezirksbürgermeister Franz Schulz zu verdanken, dass das Thema Verdrängung und Mitpreissteigerung überhaupt im letzten Jahr in der Berliner Politik zum Thema wurde, da er diesen Mißstand mehr als deutlich kritisiert hat!

    Zum anderen fordere ich Sie auf, sich die familienfördernden Angebote des Jugendamtes und vor allem die Zielgruppe der Angebote einfach einmal anzuschauen! Gerade das Gegenteil Ihrer Behauptung ist die Realität. Hier sind so viele Leute auf der Seite, die sich als Widerständler gegen Staatsgewalt und Sozialabbau suggerieren. Und Sie prangern Angebote an, die genau für jene Menschen wichtig sind, die angeblich von der Politik immer mehr an den Rand gedrängt werden! Sie wissen also entweder nichts und behaupten nur oder Sie behaupten bewusst Falsches – da ist beides Mal gerne an die Moral von Herrn Kästner zu erinnern…

    Sie behaupten, ich würde den Bezirk und die Lebensverhältnisse der Menschen nicht kennen, ich erkennen an ihrem Beitrag, dass dies eher auf Sie zutrifft. Wenn Sie tatsächlich Mitarbeiterin des Jugendamtes sein sollten, ist Ihre Unkenntniss sogar noch schlimmer. Auch die Stellenbesetzungen im Sozialpädagogischen Dienst (Kinderschutz u.a.), die Sie anmahnen, sind im letzten Jahr längst geschehen.

    Die Schließung des So-Netts war KEIN Vorschlag meinerseits, durch die sog. Verlagerung eines familienfördernden Angebots konnte jedoch der Ort für Kinder und Familien erhalten bleiben.

    Und ich frage Sie auch, was ist gegen familienfördernde Angebote einzuwenden, da diese sich insbesondere an Familien wenden, die jede Unterstützung gebrauchen können – warum werden von Ihnen diese Gegensätze konstruiert? Kein Cent aus dem § 11 ist in den § 16 geflossen!! Und was die angeblichen Einsparungen in der Kinder- und Jugendarbeit betrifft, dazu hat Senator Nußbaum ja deutliche Zahlen geliefert!

    Also was soll das alles? Glauben Sie das Zeug wirklich selber, was Sie hier verbreitet haben?

    Ich jedenfalls finde eine solche Ignoranz von Mitarbeiterinnen des Jugendamtes schlichtweg erschreckend und kann nur dringend raten sich die Arbeit der KollegInnen aus den anderen Bereichen des Jugendamtes einmal anzuschauen oder diese zumindest mal zur Kenntnis zu nehmen – auch dies gehört zu einer qualitativen Arbeit – aber Sie haben ja schon selber Kästner zitiert – dem ist nichts weiter hinzuzufügen!

  6. aline @ frau herrmann sagt:

    wo ist ihre bürgernähe???
    denn das was sie schreiben erzählt von einem anderen f-hain, als ich es tagtäglich erlebe…

    kann ihre frage nur so an sie zurückgeben:
    glauben sie das zeug wirklich selber, was sie hier verbreiten???

    seitdem wir einen grünen bürgermeister haben, sprießen hier galerien und szene-boutiquen wie pilze aus dem boden, in den sieben jahren, die ich im bezirk lebe, haben sich die mieten fast verdoppelt.
    und sie erzählen hier irgend einen reis…
    anstatt sich um die prekären beschäftigungsverhältnisse bei vielen freien trägern zu kümmern, wollen sie die komplette übertragung in freie trägerschaft.
    vor einem halben jahr, als sie auf diese zustände hingewiesen wurden, kam von ihnen, was sie erwarten. die zeit hat uns ja nun gezeigt, wie andere mit ihren erwartungen umgehen, nämlich auf deutsch gesagt, sie scheissen darauf…
    und vor einigen wochen meinten sie, es würde kontrolliert werden, was mit öffentlichen geldern passiert.
    ich frage sie, wie es sein kann, dass so etwas wie bei der treberhilfe dann passieren kann, wenn es doch kontrolliert wird?

    warum antworten sie nicht auf die anfrage von Che?

    hinter wie vielen freien trägern steckt eigentlich ihre partei???

    und sie finden die ignoranz von mitarbeitern des jugendamtes erschreckend??? ich finde es eher erschreckend, wie das jugendamt mit beschäftigten umgeht, die seit jahren dort tätig sind und nun, dank ihnen, vor die wahl gestellt werden, jahrelange beziehungsarbeit oder aber den öffentlichen dienst zu verlassen.
    ich finde es erschreckend, dass die mitarbeiter seit fast einem jahr nich wissen, wie es weitergeht und trotzdem noch gute soziale arbeit leisten sollen.
    und ich finde es erschreckend, wie wenig ahnung politiker davon haben, wie es dem volk geht…

  7. Bernd Krause sagt:

    # Jugenddezernentin
    Auf dem Hintergrund einer sozialpolitischen Praxis, die den Effiziensgedanken vor die Fachlichkeit stellt, drängt sich einmal mehr die Frage auf, wer in unserer Gesellschaft die Fachlichkeit Sozialer Arbeit sichern und kontrollieren kann.
    wie Messmer schrieb,
    >>Unter dem Primat der Effizienz, das von vorne herein mit einer Kosten dämpfenden Absicht, mit eingeschränkten Budgets und der betriebswirtschaftlichen Denklogik auf den Plan getreten ist, sind fachliche Standarts in der Praxis zunehmend bedeutungsloser geworden.<<

  8. Puda sagt:

    Das hier nicht alle Blogger über ausreichend Wissen der Strukturen in Bezug zum KJHG verfügen, ist logisch.
    Ich kann dazu nur sagen, daß ich es als sehr positiv und hoffnungsvoll finde, wie sich Menschen hier einbringen. Sie nehmen nicht alles hin und sind für Veränderungen.
    Sie sprechen hier über die Zustände in ihrem Lebensumfeld und tun etwas gegen die Missstände.
    Was ist daran verwerflich?
    Weshalb werden ihre Äußerungen kritisiert und als unkompetent dargestellt?
    Nur weil sie nicht dei §11,16,27 oder 78a auseinanderhalten können.
    Das brauchen sie auch nicht.
    Sie sprechen das aus, was Politik nicht hören möchte.
    Die Unzufriedenheit und das wachsende Aufbegehren gegen Ökonomisierung und die daraus entstehenden Kürzungen im Sozialen Bereich.

  9. Marion Mustermann sagt:

    Also ich schäme mich mittlerweile sehr dafür, dass ich mit meiner Wählerstimme dazu beigetragen habe, diese „ grüne“ Jugend Stadträtin in ihr Amt befördert zu haben. Soviel Ignoranz gegenüber den Bürgern und Mitarbeitern ist schon heftig. Mittlerweile gab es in diesem Forum eine Vielzahl von fundierten Beiträgen auf die aber in keinster Weise qualifiziert eingegangen wurde. Ob Frau Herrmann eigentlich kapiert, dass der Großteil der hier Diskutierenden, ihrer Partei wohlwollend gegenüber steht. Ich unterstelle das mal. Vielleicht gibt es ja auch andere Meinungen dazu.

  10. Sozialarbeiter sagt:

    Werte Frau Herrmann,
    über Ihren Kommentar bin ich bestürzt, aber dieses war zu erwarten

    Die Soziale Arbeit, insbesondere lebensweltorientierte Soziale Arbeit zeichnet sich aus durch einen respektvollen, wertschätzenden und ermöglichenden Umgang mit ihrer Klientel. Sie bemüht sich um Lern- und Veränderungsprozesse bei den Menschen, die diesen nicht aufgezwungen oder gegen ihren Willen durchgesetzt werden. Besonders die sozial Benachteiligten und Schwachen sind traditionell die Klientengruppe der Sozialen Arbeit, die von ihr eine faire Behandlung, eine Beachtung ihrer Menschenwürde und auch Parteinahme erwarten kann.

    Ein Beispiel, Soziale Arbeit wird im Rahmen des Quartiersmanagements in ordnungspolitische Funktionen hineingezogen und sie aktiviert, ohne es vermutlich zu wollen, die Bürger gegen die Teile der Bevölkerung, die ausgegrenzt und moralisch abgeurteilt werden. Hier wird Soziale Arbeit instrumentalisiert für etwas, was diametral dem entgegensteht was sie im Rahmen der sozialpädagogischen Gemeinwesenarbeit angestrebt hatte. Ihr wird ein Menschenbild übergestülpt, das sie nicht mehr tragen kann, will sie nicht die Seiten wechseln und gegen ihre Klientel arbeiten. Seit Mitte der Neunziger Jahre, werden „unerwünschte Submilieus im zunehmendem Maße mittels verschiedener Techniken vertrieben“.
    Eins noch, die Soziale Arbeit ist in der Sozialwirtschaft angekommen!

    Prekäre Arbeitsplätze im Bereich der Sozialen Arbeit haben vielfältige Erscheinungsformen:
    – VERTRÄGE ÜBER REDUZIERTE STUNDENZAHLEN SIND AN DER TAGESORDNUNG.
    Der Rückgang der Vollzeitstellen von 2002 bis 2006 betrug z.B. in der Jugendarbeit 28%, in den ambulanten Hilfen zur Erz. 12,5% und im Behindertenbereich 17,7%. Nur im Kindergartenbereich hat es eine leichte Steigerung der Vollzeitstellen gegeben (Rauschenbach/Schilling 2005).
    Träger schließen Verträge über reduzierte Stunden von weniger als 40 Stunden ab, planen aber freiwillige und unbezahlte Mehrstunden von den angestellten Sozialarbeitenden bis zur 40 Stundenwoche und darüber hinaus ein und erwarten diese stillschweigend oder verlangen sie sogar ganz offen. 30 Stunden-Kräfte kommen nicht selten auf faktisch 45 Stunden pro Woche und mehr.
    Üblich ist es inzwischen außerdem in der Sozialen Arbeit, Arbeitsverträge flexibel zu fassen.
    – AUCH DIE BEFRISTUNG VON ARBEITSVERTRÄGEN IST INZWISCHEN ABSOLUT ÜBLICH.
    2005 im ASD nur ca. 6%, in der Jugendarbeit in Ostdeutschland 50% (11. Jugendbericht 2001). Ähnliche Zahlen aud der Jugendberufshilfe. Viele SozialpädagogInnen hangeln sich in ihrem Berufsleben von Verlängerung zu Verlängerung, von Projektvertrag zu Projektvertrag.
    – DIE BEZAHLUNG VON SOZIALPÄDAGOGiNNEN ERFOLGT IMMER SELTENER NACH TARIF.
    Zum einen kann man von Tarifeingruppierungen absehen und als freier Träger eigene Haustarife einrichten oder „in Anlehnung an BAT bzw. TVöD“ bezahlen, was aber so gut wie alles bedeuten kann. Seit 2005 gilt der neue Tarifvertrag im öffentlichen Dioenst (TVöD), den aber viele Träger gar nicht erst übernommen haben, weil er nicht flexibel genug und dazu auch vom Gehaltsniveau her zu hoch sei. Die Tendenz zur Trennung von Formalqualifikation und tariflicher Eingruppierung wie sie z.B. von der AWO praktiziert wird, gibt einen weiteren Weg an, wie man Tarife ignorieren und unterlaufen kann (vgl. Wohlfahrt 2007).
    Das Outsourchen von Sekundärdienstleistungen sowie die Beschäftigung von MitarbeiterInnen von eigens gegründeten Leiharbeitsgesellschaften wie etwa beim Diakonischen Werk (vgl. Wohlfahrt 2007) tragen ebenso zur Reduktion von Personalkosten und zum Unterlaufen einer tariflichen Bezahlung von MitarbeiterInnen bei. All das setzt den Posten Personalkosten bei freien Trägern herab und dürfte eines der Hauptargumente für Kommunen sein, Einrichtungen und Aufgaben der Sozialen Arbeit aus kommunalen Händen in die Hände der freien Träger abzugeben. Es ist heute durchaus auch keine Seltenheit, dass SozialpädagogInnen, die immerhin einen Hochschulabschluss haben, anschließend in ihrem eigenen Fachgebiet einen Ein-Euro-Job bekommen. Das ausgebildete SozialpädagogInnen auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu gleich Ausgebildeten stehen, die aber bereit bzw. gezwungen sind, für einen „Appel und ein Ei“ die gleiche Arbeit anzubieten, bedeutet eine drastische Entwertung der qualifizierten Arbeit. „Menschen mit Ausbildung, Qualifikation, Erwerbsbiografie und dem Willen und der Fähigkeit zu arbeiten, mit solchen Jobs zu deklassieren, ist weder ethisch vertretbar noch ökonomisch sinnvoll (ebenda).
    Die Einstellung von Menschen mit Ein-Euro-Jobs ist natürlich unter Kostengesichtspunkten für Träger besonders attraktiv. Es handelt sich schließlich nicht um wirkliche „Jobs“. Ein-Euro-Jobs begründen kein Arbeitsverhältnis. Wer so arbeiten muss, ist nur noch durch den Arbeitsschutz und das Bundesurlaubsgesetz abgesichert. Die übrigen Arbeitsgesetze gelten dann nicht. Das Entgeltfortzahlungsgesetz z.B. gehört nicht zum Arbeitsschutz. Wer krank wird, bekommt das Ein-Euro-„Gehalt“ nicht mehr. Und wer sich bei der Arbeitsgelegenheit eine ernste Verletzung zuzieht, bekommt zwar medizinische Versorgung, weil er krankenversichert ist, aber keine Unfallrente.
    – DAS AUSBEUTEN DER PRAKTIKANTiNNEN, DIE OHNE JEDES ENTGELD 40 WOCHEN LANG IN SOZIALEN EINRICHTUNGEN ARBEITEN MÜSSEN, GEHÖRT EBENSO DAZU.
    Träger rechnen mit dieser unbezahlten Arbeit und planen die PraktikantInnen fest ein. Nicht selten leisten PraktikantInnen dann ohne jede finanzielle Entschädigung die Arbeit, die eigentlich eine fest angestellte SozialarbeiterIn zu leisten hätte, weil Stellen vakant sind oder einfach gestrichen werden mussten.
    Die hier geschilderten Beispiele unterscheiden sich nicht grundsätzlich von prekären Arbeitsplätzen in anderen Bereichen der neoliberalen Arbeitsgesellschaft. Sie schränken in jedem Fall die Entwicklung einer beruflichen Identität, die Möglichkeiten, sich eine familiäre und persönliche Existenz zu schaffen und die Chancen einer angemessenen Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum ein. Dass in der Sozialen Arbeit die prekären Arbeitsplätze so zahlreich sind, hat aber nicht nur für die Arbeitenden selber, sondern vor allem für die von ihnen betreuten KlientInnen durchschlagende Folgen.
    Beim nächsten mal schreibe ich als Kommentar noch mehr über den Einsatz fachfremder, nichtprofessioneller Kräfte.
    Lesen Sie sich dies gut durch und denken sie über ihre Aufgabe als Stadträtin des Bezirkes nach. Sie nehmen diese Tatsachen einfach so hin.

  11. Mechthild sagt:

    Ich gebe Ihnen Marion Recht. Ich hatte mir von meiner Wählerstimme auch mehr versprochen. Aber es wird immer vor den Wahlen sehr viel versprochen und danach geschieht nichts. Die Parteien, wo der Bürger glaubt sie seien volksnah, machen die Politik der CDU und FDP mit. Manch einer der Parteigenossen legt noch eins oben drauf. Wenn man die Schlagzeilen liest, frage ich mich, wohin will der Mann und was beabsichtigt er mit seinen Äußerungen.
    Sarrazin: Arbeitslose haben kein Geldproblem
    http://nachrichten.t-online.de/sarrazin-arbeitslose-haben-kein-geldproblem/id_41235512/index

    Sarrazin kritisiert fernsehversessene Unterschicht
    http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article7108774/Sarrazin-kritisiert-fernsehversessene-Unterschicht.html

    Die Arbeistlosen und Migranten haben weder die Krise verursacht, noch sind sie verantwortlich für eine verfehlte Politik.
    Die Grünen bemerken auch nicht ihre schief gelegene Politik.
    Ich bin gespannt auf den 1.Mai. Da lässt sich von den Politikern sicher niemand auf vden Straßen blicken, um die Unzufriedenheit der Menschen zu erleben.

  12. Monika Herrmann sagt:

    Werter „Sozailarbeiter“ –
    Sie sind „bestürzt“ über meine Antwort?Sie sind bestürzt und gehen in keinsterweise auf Gesagtes ein, sondern äußern sich zu einem völlig anderem Thema?… Ich bin bestürzt über MitarbeiterInnen, die so wenig über die Aufgaben und Projekte des eigenen Jugendamtes wissen, dass allen Ernstes behaupten, wir würden die Angebote ausschließlich auf gutverdienendes Klientel ausrichten, um die Armen aus unserem Bezirk zu vertreiben. Das ist für Beschäftigte des Jugendamtes skandalös und beschämend – darauf habe ich geantwortet und dies sehe ich in der Tat so…

    Mit Gruß
    Monika Herrmann

  13. Dr. Müller sagt:

    Lieber Sozialarbeiter,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Schade das Frau Herrmann nicht einmal ansatzweise dieses Potential hat. Ich freue mich jetzt schon über ihren Kommentar über den Einsatz fachfremder, nichtprofessioneller Kräfte.

  14. Mitarbeiterin sagt:

    Antwort auf den Kommentar von M. Herrmann.
    Frau Herrmann,
    ich kann neben meiner Tätigkeit auch schon ein wenig mehr über den Tellerrand hinaus schauen. Das bringt nicht nur die jahrelange Tätigkeit mit sich, in der ich mit Kollegen aus den verschiedenen Bereichen zu tun hatte und auch noch habe. Auch nehme ich in den Gesprächen mit dem Klientel, viele Ängste und Sorgen auf. Also wer sich hier hinstellt und die Meinung vertritt, es läuft in diesem Bezirk alles zur Zufriedenheit der Politik, der irrt gewaltig.
    Ps. Ich glaube schon das, was die Menschen hier schreiben.
    Auch glaube ich an das was ich hier „verbreitet“ habe.
    „Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder sie von anderen hören zu müssen.“
    „Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.“ Aldous Huxley

  15. rebellin sagt:

    @m.herrmann

    tja, scheinbar macht es der >werte herr sozialarbeiter< wie sie selbst, sie gehen doch auch nicht auf gesagtes ein…

    sie haben ja tatsächlich absolut keine ahnung davon, welchen ruf das jugendamt im volk hat (und meiner meinung nach hat es den auch nicht ohne grund!!!).

    und anstatt das feed back, das sie bekommen, anzunehmen und mal darüber nachdenken, fangen sie immer mit dem selben abgedroschenen mist an.
    naja, das nächste feed back, das sie nicht so einfach unbeachtet sein lassen können, kommt bestimmt – die nächste wahl…

  16. Murmel sagt:

    Manch einer/eine hat es nicht begriffen und wird es auch nicht. Da fehlt der Wille. Und der ist ja gewissermaßen die Voraussetzung.

  17. Monika Herrmann sagt:

    Hallo, Leute –
    ich will an dieser Stelle nur noch mitteilen, dass ich diese Seite bei mir jetzt abschalten werden und wünsche Euch für Eure weiteren Diskussionen noch viel Spaß…
    Mit besten Grüßen

  18. rebellin sagt:

    @m.herrmann

    respekt, ganz große leistung, genau das, was ich von politik erwarte…
    wie feige ist das denn???
    sie können dem herrn westerwelle von der mövenpick-partei die hand geben, absolut eine ebene…
    wenn kritik vom volk kommt, heißt es, damit setze ich mich nicht auseinander…

    armutszeugnis!!!

  19. Ernesto@widerstnd sagt:

    Es ist zu bedauern, das die Jugenddezernentin den Blog verlässt. Bitte gebt deshalb trotzdem nicht auf und zeigt euren Widerstand gegen die Kürzungen in den Sozialen Bereichen, bei der Bildung und Kultur. Macht weiter darauf aufmerksam und setzt euch für Kinder, alte Menschen, behinderte Menschen und andere sozial benachteiligte Menschen ein. Ihr tragt auch ein Stück Verantwortung für diese Menschen.
    Also weiter so.

  20. Dr. Müller sagt:

    Liebe Frau Herrmann

    Ein Abschiedsgruß

    Es hat sie niemand darum gebeten in diesem Forum mit zu diskutieren. Aber es hätte ja auch einen positiven und konstruktiven Verlauf mit Ihnen nehmen können. Aber nach kürzester Zeit war allen klar, dass sie vollkommen uneinsichtig und starrsinnig sind. Und das führt natürlich auch zu Unmut. Nur dem Widerstand ist es zu verdanken, dass noch Schlimmeres verhindert werden konnte. Und ich sage ihnen auch noch folgendes; in diesem Blog gab es in den vergangenen Monaten eine Fülle von hervorragend recherchierten Beiträgen, auf die sie inhaltlich in keinster Weise eingegangen sind. Ich gehe davon aus, dass die meisten Mitarbeiter und Diskutanten hier über langjährige und vor allem praktische Erfahrungen verfügen, und von daher genau wissen wovon sie reden. Sie stehen mit ihren Ansichten vollkommen isoliert da und haben mit ihren letzten Kommentaren noch einmal ganz deutlich gezeigt, dass sie ganz weit von den Interessen der Bürgerinnen und Bürger entfernt sind. Wenn das die Zukunft grüner Jugend Politik ist und wird, werden sie hoffentlich große Schwierigkeiten bekommen. Wir werden auf jeden Fall weiterhin dafür sorgen, ihre Vorgehensweise öffentlich zu machen und kritisch zu begleiten.

  21. Jug R sagt:

    # Dr. Müller
    Ich verurteile nicht eine Jugendstadträtin. Das steht mir nicht zu. Das in einem der reichsten Länder der Welt zunehmend weniger Gelder für Soziales, egal in welchem Bereich zur Verfügung gestellt wird, macht mich nicht nur ratlos, sondern auch wütend.Der Staat ist für seine Bürger verantwortlich. Danach kommen die Länder und die Kommunen. Was mich ratlos und wütend macht ist die Tatsache, das die Länder den SparUnsinn durchsetzen wollen und die Kommunen das zwangsläufig durchsetzen. Auf das Beispiel von Berlin- die Bezirke machen die Kürzungen mit. Fair von den Bezirken wäre es zu sagen, das wollen und tragen wir nicht mit. Aber aus der Finanznot heraus wird das Spiel mitgemacht. Keine Partei hat den politischen Willen genau dagegen zu steuern.
    Ich rechne der Stadträtin hoch an, das sie versucht hat, sich auf dieser Seite politisch zu ihrem Vorhaben zu äußern. Hier haben viele Besucher aufgezeigt, das der politische Weg der Politik zur Privatisierung der Öffentlichen Daseinsfürsorge fehlgeschlagen ist und wird. Das ich der Bundesregierung aus FDP und CDU nicht viel zutraue, brauche ich hier nicht erwähnen. Aber bitte schön, von einer SPD, den Linken und den Grünen sollte ich eine sozialer Politik für den Bezirk abverlangen können. Aber sowohl die Landesregierung aus rot/rot und die Bezirksregierung aus die Grünen/SPD arbeiten fleißig an den Plänen der Bundesregierung und deren Umsetzung mit. Und das macht mich traurig. Die Uneinsichtigkeit gar wütend.

  22. rebellin sagt:

    @dr.müller

    sehr gut geschrieben, deine worte sprechen mir aus der seele…
    natürlich werden wir weitermachen, alles andere wäre resignation…
    und die bringt niemandem was…

    habe mich gestern mit einem soz-arbeiter aus einem anderen bezirk unterhalten, der seit über 20 jahren im dienst ist, der mir bestätigte, dass der fall ehlert/treberhilfe kein einzelfall ist und das abgreifen von öffentlichen geldern auch nix neues ist, sondern schon seit vielen jahren läuft.
    bin davon überzeugt, dass mehr als genug geld für soziale arbeit vorhanden wäre, wenn endlich kontrolliert werden würde, was mit den geldern passiert.

    wann nimmt die politik endlich ihre verantwortung war?

  23. rosi sagt:

    bestürzt kann man über die vorgehensweise des amtes sein ,wie es mit seinen wertvollen mitarbeiter umgeht,ihre langjährige arbeit mißachtet und mit füßen tritt, „der moor hat seine schuldigkeit getan,nun kann er gehen“,
    gut, das sich,ob der fassunglosigkeit des geschehens ,keine teilnahmslosigkeit und lähmung breit macht,ich wünschte der ganze IRRSINN fliegt den urhebern(SCHREIBTISCHTÄTERN) so um die ohren, daß ihnen hören und sehen vergeht – aber das können sie ja ohnehin schon jetzt nicht

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

Wichtige Terminewichtige Termine

 

LETZTEBEITRÄGE

DASARCHIV

LINKLOVE

LETZTEKOMMENTARE

MEISTKOMMENTIERT

1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau1. Berlinweite Demonstration gegen den Sozialabbau
Deine Fotos hier! Erstellt euch dazu einen kostenlosen Account auf Flickr.com und ladet dort eure Fotos hoch. Und verseht sie mit den Tag widerstand-berlin. Und ein paar Stunden später werden dann auch eure Fotos hier auf www.WIDERSTAND-BERLIN.de gelistet. Solltet Ihr dazu fragen haben dann nehmt mit uns Kontakt auf.